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Herausforderung in der Hospizarbeit

„Suizid-Assistenz?   — Suizid-Prävention!“

In der Hospizarbeit begegnet allen dort Beteiligten irgendwann unweigerlich auch die Frage nach dem „assistierten Suizid“. Wie damit umgehen? Welche Haltung nehmen die Verantwortlichen ein? Was ist erlaubt, was nicht? Wie ist die Haltung der Hospizleitung? Was erlebt eine Ehrenamtliche, die seit 25 Jahren unterstützenden Dienst im stationären Hospiz im Franziskuszentrum leistet?

Fast 80 Zuhörende kamen, um Antworten zu bekommen. Klar ist auf jeden Fall, dass immer mehr Menschen Suizid-Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Nach dem Tod der berühmten Kessler-Zwillinge im November 2025 kamen bei der „Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben“ am nächsten Tag 700 Neuzugänge an. Der Deutsche Palliativ- und Hospizverband befürchtet, dass der assistierte Suizid immer mehr als quasi „alternative Behandlungsmöglichkeit“ angesehen wird und die Anfragen steigen auch bei stationären Hospizen und ambulanten Hospizdiensten.

Suizid-Hilfe steht dort aber nicht im Plan. Dr. Silvia Bangen-Simoni, Internistin und Palliativärztin i.R. beleuchtete den Weg der Gesetzgebung durch das Bundesverfassungsgericht bis zum Urteil im Februar 2020 und stellte die Überlegungen vor, die derzeit in den politischen Gruppen des Bundestags erarbeitet werden; der Gesetzgeber hat allerdings noch keine Ausführungsbestimmungen zum Urteil des BVG beschlossen. Die Ärztin zeigte auf, mit welchen praktischen Schwierigkeiten umzugehen sein würde – von den ethischen Fragen ganz zu schweigen. Sie plädierte für eine erneuerte Kultur des „Hinschauens nach rechts und links“, jede und jeder könne in seinem Umfeld Hilfe und Unterstützung anbieten und leisten.

Thomas Burghoff, Leiter des Hospizes Friedrichshafen wie auch des Franziskuszentrums bestätigte die Zunahme der Anfrage nach Suizid-Assistenz von Kranken und Angehörigen. Dies stelle eine erhebliche Belastung für die Mitarbeitenden dar. Suizid-Assistenz wird im Hospiz weder angeboten noch dafür geworben oder vermittelt.

Seit 25 Jahren beobachtet Roswitha Heidbreder, jede Woche einen Vormittag lang im Hospiz ehrenamtlich tätig, die Veränderungen in den Anfragen und Wünschen der „Gäste“ und ihren Angehörigen. Oft seien es Angehörige, die den Sterbeweg nicht aushalten könnten und sich mit Fragen nach der Suizid-Assistenz befassten. Engagiert wirbt sie daher für intensive Gespräche und Begleitung durch das multiprofessionelle Team, zu dem auch ein Seelsorger gehört.

Viele Gespräche unter den Anwesenden rundeten den Abend ab.

Kleinebergviertel spendet für Hospizarbeit

Sonne satt und ein schönes Fest! Schon zur Tradition geworden ist der Termin am letzten Sonntag der Sommerferien für das Straßenfest am Kleinen Berg. Bereits am Vormittag spielte die „EinMannBand“ auf, am Nachmittag heizte die Partyband „Fly“ aus Eriskirch den Besuchern ein und verleitete zum spontanen Tanzen auf der Straße. Sam und Mike Dilnot von der „Minibar“ und Miriam und Veronika vom Friseurgeschäft „Die Schnitte“ waren die diesjährigen Organisatorinnen für die Spendensammlung zugunsten der Hospizarbeit in Friedrichshafen. Gespendete Kleidung, im Friseurgeschäft angeboten, hat ebenfalls zum Spendenergebnis beigetragen.

Thomas Burkhard, Leiter des Stationären Hospizes und Anita Wilhelm, Schatzmeisterin der Hospizbewegung konnten am Rande des Festes viele gute Gespräche führen und Interessierten die Hospizarbeit vorstellen. Am Ende fanden sich 355 Euro in der Spendenkasse.

Auf dem Foto zu sehen sind von links nach rechts: Veronika und Miriam vom Friseurgeschäft, Sam Dilnot, Mini-Bar, Anita Wilhelm, Hospizbewegung, Thomas Burghoff, Hospiz
Aufgenommen hat das Foto Herr Thomas Burghoff, Hospiz

 

Das Hospiz Friedrichshafen mit seinen verschiedenen Angeboten der stationären Pflege, des ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienstes und der Trauerbegleitung sagt von Herzen Danke für alle Mühen; seit 2021 war es das fünfte Kleinebergstraßenfest und in jedem Jahr wurden Spenden für die Hospizarbeit gesammelt. Danke!